Schiedsrichter ebenfalls in den Startlöchern

Erstellt am Mittwoch, 10. September 2014Geschrieben von Barbara Wendling

Roland Muser konnte am vergangenen Samstag zahlreiche Kollegen beim zweiten Schiedsrichterlehrgang in Fischerbach begrüßen. Neben viel Lob gab es aber auch Kritik vom Urgestein mit der Pfeife.

Schiedsrichter

Roland Muser im Mittelpunkt. Die Trophäen an der Wand gehören übrigens zur Deko der Gaststätte und stehen in keinem Zusammenhang mit den Schiedsrichtern.

 

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Auf dem Lehrgangsplan stand zunächst der Regeltest, der in kurzer Zeit absolviert wurde. Knifflige Fragen sorgten für angespannter Mimik bei den Schiedsrichtern, die sich aber schnell wieder löste. Am Ende war man aber froh, den nächsten Tagesordnungspunkt angehen zu können. Tobias Biehler, Schiedsrichter Lehrwart im Bezirk Offenburg-Schwarzwald, referierte über die „letzte Spielminute“ (Regel 8), welche härtere Strafen beinhaltet. Hier können 60 Sekunden über eine zweiwöchige Sperre entscheiden.

Wolfgang Kramer informierte die pfeifenden Zunft über das Verfahren, wie im Schiedsrichterwesen der Aufstieg und Abstieg gehandhabt wird. Das Resultat aus Spielbeobachtungen und Vereinsbewertungen und Prüfungen, bzw. deren Nichtteilnahme entscheiden über eine Laufbahn eines Schiedsrichters. Im Bezirk Offenburg-Schwarzwald ist man bestrebt Neulingen einen Ansprechpartner zur Seite zu stellen und fortgeschrittene Schiedsrichter durch Prüfungen und Gespräche weiter zu bilden.

Schiedsrichter

Raphael Herrmann und Tobias Biehler hatte die Aufgabe übernommen, die Schiedsrichter über das Programm „Phönix II“, ein Verwaltungsprogramm für Spielberichte, Spielpässe, Schiedsrichtereinteilungen und Bescheide, online. Nach den Bundesligen erstmals in den unteren Ligen im Gebrauch, wird es im Bezirk bei den Oberligaspielen eingeführt. Das erste Spiel in der B-Jugend der BWOL am 27. September um 16:00 Uhr die Begegnung in der weiblichen B-Jugend zwischen der SG Hugsweier/Lahr und der JSG Deizisau-Denkendorf soll auch für die Schiedsrichter ein Prüfstein werden. Sukzessive soll der Online-Spielplan dann bis in die Landesligen eingeführt werden. Bisherige Erfahrung mit der Software haben gezeigt, dass die Handhabung und programmspezifische Abläufe noch nicht rund laufen.

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Roland Muser oblag es nach der Begrüßung, auch den Lehrgang für die Schiedsrichter zu beenden. Zunächst hatte er darauf hingwiesen, dass unbedingt alle Spielberichte zeitnah an die jeweiligen Staffelleiter verschickt werden müssen. Sollte kein frankiertes Kuvert vom Verein gestellt werden, muss der Schiedsrichter / das Schiedsrichtergespann dafür Sorge tragen, dass der/die Staffelleiter/Staffelleiterin den Spielberichtsbogen so schnell wie möglich erhalten. Ein weiterer Punkt, der Roland Muser sehr am Herzen lag, war die Informationsdichte für die Schiedsrichtereinteiler, Raphael Herrmann und Tobias Biehler. Sollte ein Gespann oder Schiedsrichter kurzfristig ausfallen, sei man in der Pflicht, den Ausfall zu melden. Ganz wichtig war Muser die Planung der Freitermine. Hier sollte unbedingt nachgeschaut werden, da das Programm nicht immer die eingegebenen Daten so vorzeigt, wie man diese eingegeben hat. Muser betonte noch einmal das Engagement das Biehler und Herrmann für den Bezirk leisten, nicht nur um die Umsetzung des Verbandsverwaltungsprogramms zu gewährleisten.

In Zukunft würde es auch nicht mehr ausreichen, dass manche Schiedsrichter bzw. das manche Schiedsrichtergespanne „fünf Minuten“ vor Beginn des Spieles in der Halle eintreffen. Die Technik und Spielvorbereitung macht es erforderlich, dass eine Absprache mit Zeitnehmer, Sekretär und Vereinsverantwortlichen erfolgen müssen und daher eine halbe Stunde dafür eingeplant werden sollte. Da Roland Muser auch das Jungschiedsrichterwesen sehr am Herzen liegt, und derzeit durch eine gute Nachwuchsarbeit einige Jungschiedsrichter zur Verfügung stehen, sollten diese auch im neuen „System“ die Gelegenheit erhalten, ihr Erlerntes in der Praxis umzusetzen.
Kritik gab es dann in Punkto Kameradschaft. Ein organisiertes Grillfest wurde schlecht frequentiert, was Muser zum Anlass nahm darauf hinzuweisen, dass Einige viel Engagement in die Planung solcher Veranstaltungen stecken würden und die angebotene Zusammenkunft daher auch genutzt werden sollte. „Wir sind eine Einheit“, waren seine abschließenden Worte.

Quelle: Handball-Server.de